Dante – Inferno
Gesänge I–XXXIV
Inferno Titel

Die Göttliche Komödie (Divina Commedia) ist ein allegorisches Lehr- und Erkenntnisgedicht von Dante Alighieri (ca. 1307–1321). Es beschreibt die geistige Reise eines Menschen von der Verirrung über Läuterung zur Erkenntnis Gottes. Das Werk ist zugleich Theologie, Moralphilosophie, Kosmologie und politische Abrechnung.

Die Reise erfolgt durch drei Jenseitsreiche, der erste Teil heisst "Inferno" - die Hölle.

Dieser Teil besteht aus 34 Gesängen (Cantos) und beschreibt den Abstieg Dantes durch die neun Kreise der Hölle, die als streng geordnete moralische Topographie gestaltet sind. Jeder Kreis steht für eine bestimmte Form der Sünde, deren Schwere und innere Logik sich aus dem Missbrauch des freien Willens ergibt. Die Seelen werden nicht willkürlich bestraft, sondern erfahren eine Strafe, die ihrer Schuld in Struktur und Bedeutung entspricht (contrapasso).

Geleitet von dem römischen Dichter Vergil durchschreitet Dante eine hierarchisch aufgebaute Unterwelt, die von maßloser Begierde über Gewalt und Betrug bis zum absoluten Verrat reicht. Das Inferno ist kein Ort der Entwicklung oder Hoffnung, sondern der endgültigen Festschreibung moralischer Entscheidungen. Erkenntnis entsteht hier nicht durch Erlösung, sondern durch das präzise Erkennen der Folgen menschlichen Handelns.

Das Inferno bildet damit die notwendige Voraussetzung der gesamten Commedia: Erst durch die vollständige Konfrontation mit Schuld, Irrtum und Selbsttäuschung wird der Weg zur Läuterung im Purgatorio und zur Erkenntnis im Paradiso möglich.